Kunst und ihre Wirkung

    Ein renommierter Kunstkenner und Sammler, der Schweizer Kinderarzt Gabor Schimert behauptet: „Ohne Kunst kann der Mensch nicht leben“, nur existieren. Um zu leben braucht man den Austausch mit anderen, wobei nichts hilfreicher ist als das Medium KUNST. Durch die Zwiesprache mit den Kunstwerken und Künstlern entsteht eine Brücke, die für alle soziale Interaktion tragfähig ist. 

    Kann es tatsächlich sein, dass das Leben mit der Kunst – und sei es nur das Betrachten der Kunstwerke – unseren Alltag lebenswerter macht? Kann es sein, dass die Auseinandersetzung mit Kunst unser Wohlbefinden steigert? Die Antworten darauf sind wissenschaftlich nicht belegbar. Die Wahrscheinlichkeit, dass solche Thesen zutreffen, sind mehr als nachvollziehbar. Jeder Museumsbesucher, der vor einem bedeutenden Kunstwerk gestanden hat, kennt die Glücksgefühle, oft die Gänsehaut, das innige Berührtsein, das von solchen Werken ausgeht. Jeder, der zuhause ein lieb gewonnenes Kunstwerk sein Eigen nennt, wird dieses nur ungern missen wollen. 

    Es sind viele Faktoren, die uns als Betrachter von Kunstwerken berühren. Dies sind die Farben, die angesprochenen Themen, die Interpretationsmöglichkeiten, die Ausstrahlung des Werkes, der ästhetische Gesamtausdruck, Sehsüchte, Erinnerungen, ausgehende Kraft, Faszination usw.

    Die Kunsthistorikerin Dr. Christine Jung sagt: „Kunst setzt Zeichen, ist Ästhetik und Ausdruck, Aussage und Anregung zugleich“.

    Und dennoch scheint es so zu sein, dass die Wahrnehmung oft unbewusst, also im Unterbewusstsein abgespeichert wird, die positiven Auswirkungen allerdings nachhaltig wirken. Dementsprechend ist die Resonanz und die hat natürlich auch etwas mit Bildung und Auseinandersetzung mit „den schönen Künsten“ zu tun. 

    In dem Magazin KUNSTFORUM stand zu lesen: „Fest steht, dass Schönheit allgegenwärtig und dem Bedürfnis nach Schönheit in vielen Bereichen des Alltags und der Kunst größer ist denn je.“

    Autor: Rudi Neuland